Olympiad Maths Prep

Track / Stage 9 / 31 of 80 #1911 of 2000

Problem 1911

IMO P2/P5; hard shortlist
Algebra Difficulty 9.1 Prove it 1. Auswahlklausur · Germany

Problem:

Die Menge der positiven ganzen Zahlen sei mit N\mathbb{N} bezeichnet. Man bestimme alle Funktionen f:NNf: \mathbb{N} \rightarrow \mathbb{N} mit der folgenden Eigenschaft: Für alle positiven ganzen Zahlen mm und nn ist die Zahl f(m)+f(n)mnf(m)+f(n)-m n von 0 verschieden und ist ein Teiler der Zahl mf(m)+nf(n)m f(m)+n f(n).

This one wants a proof. Work it on paper, read the official solution, then mark yourself honestly — the ladder only means something if the record is true.

Official solution

Solution:

Antwort: Es gibt genau eine Funktion, die die beschriebene Bedingung erfüllt, nämlich f(k)=k2f(k)=k^{2} für alle kk.

Zum Beweis sei ff wie verlangt.

Schritt 1: Einsetzen von m=n=1m=n=1 liefert 2f(1)12f(1)2 f(1)-1 \mid 2 f(1), also auch 2f(1)12f(1)(2f(1)1)=12 f(1)-1 \mid 2 f(1)-(2 f(1)-1)=1 und damit 2f(1)1=12 f(1)-1=1, also f(1)=1f(1)=1.

Schritt 2: Von nun an stehe pp stets für eine Primzahl mit p7p \geq 7. Einsetzen von m=n=pm=n=p liefert 2f(p)p22pf(p)2 f(p)-p^{2} \mid 2 p f(p) und damit auch 2f(p)p22pf(p)p(2f(p)p2)=p32 f(p)-p^{2} \mid 2 p f(p)-p\left(2 f(p)-p^{2}\right)=p^{3}, also
2f(p)p2{p3,p2,p,1,1,p,p2,p3} 2 f(p)-p^{2} \in\left\{-p^{3},-p^{2},-p,-1,1, p, p^{2}, p^{3}\right\}
Da f(p)>0f(p)>0 folgt
f(p){p2p2,p212,p2+12,p2+p2,p2,p3+p22}. f(p) \in\left\{\frac{p^{2}-p}{2}, \frac{p^{2}-1}{2}, \frac{p^{2}+1}{2}, \frac{p^{2}+p}{2}, p^{2}, \frac{p^{3}+p^{2}}{2}\right\} .
Schritt 3: Wir setzen m=1,n=pm=1, n=p und erhalten f(p)+1ppf(p)+1f(p)+1-p \mid p f(p)+1, also auch f(p)+1ppf(p)+1p(f(p)+1p)=p2p+1f(p)+1-p \mid p f(p)+1-p(f(p)+1-p)=p^{2}-p+1. Angenommen, es gilt f(p)p2f(p) \neq p^{2}. Dann folgt (beachte, dass p2p+1p^{2}-p+1 ungerade ist) notwendigerweise f(p)+1p1/3(p2p+1)f(p)+1-p \leq 1 / 3\left(p^{2}-p+1\right). Nach Schritt 2 gilt jedoch f(p)(p2p)/2f(p) \geq\left(p^{2}-p\right) / 2, es folgt also
p2p2+1pp2p+133p23p+66p2p22p+1p2+57p \begin{aligned} \frac{p^{2}-p}{2}+1-p & \leq \frac{p^{2}-p+1}{3} \\ 3 p^{2}-3 p+6-6 p & \leq 2 p^{2}-2 p+1 \\ p^{2}+5 & \leq 7 p \end{aligned}
was für p7p \geq 7 nicht der Fall ist. Also war die obige Annahme falsch und es muss f(p)=p2f(p)=p^{2} gelten.

Schritt 4: Es sei nNn \in \mathbb{N} beliebig. Wir setzen m=pm=p und erhalten f(n)+p2pnp3+nf(n)f(n)+p^{2}-p n \mid p^{3}+n f(n), also auch f(n)+p2pnp3+nf(n)n(f(n)p2pn)=p(p2pn+n2)f(n)+p^{2}-p n \mid p^{3}+n f(n)-n\left(f(n)-p^{2}-p n\right)=p\left(p^{2}-p n+n^{2}\right). Für alle hinreichend großen Primzahlen pp ist f(n)f(n) und damit auch die linke Seite des letzten Ausdrucks nicht durch pp teilbar, daher folgt f(n)+p2pnp2pn+n2f(n)+p^{2}-p n \mid p^{2}-p n+n^{2} und somit auch f(n)+p2pn(f(n)+p2pn)(p2pn+n2)=f(n)n2f(n)+p^{2}-p n \mid\left(f(n)+p^{2}-p n\right)-\left(p^{2}-p n+n^{2}\right)=f(n)-n^{2}. Da die linke Seite beliebig groß werden kann (es gibt unendlich viele Primzahlen) folgt f(n)n2=0f(n)-n^{2}=0 und damit f(n)=n2f(n)=n^{2}.

Schritt 5: Die Probe bestätigt dass f(k)=k2f(k)=k^{2} für alle kNk \in \mathbb{N} tatsächlich die Bedingung erfüllt: Es gilt f(m)+f(n)mn=m2+n2mn2mnmn=mn>0f(m)+f(n)-m n=m^{2}+n^{2}-m n \geq 2 m n-m n=m n>0, und außerdem gilt (m2+n2mn)(m+n)=m3+n3=mf(m)+nf(n)\left(m^{2}+n^{2}-m n\right)(m+n)=m^{3}+n^{3}=m f(m)+n f(n), das heißt f(m)+f(n)mnf(m)+f(n)-m n ist von 0 verschieden und ist ein Teiler der Zahl mf(m)+nf(n)m f(m)+n f(n).

Source: MathNet, licensed CC-BY-4.0. Statement and solution reproduced as published; topic, difficulty and ordering added by this site.