Olympiad Maths Prep

Track / Stage 8 / 97 of 180 #1797 of 2000

Problem 1797

IMO Shortlist mid-range; USAMO P2/P5
Number theory Difficulty 8.3 Prove it IMO Selektion · Switzerland

Problem:

Für eine natürliche Zahl nn sei
f(n)=1nk=1nnk f(n)=\frac{1}{n} \sum_{k=1}^{n}\left\lfloor\frac{n}{k}\right\rfloor
Beweise, dass es unendlich viele natürliche Zahlen mm gibt, für die die Ungleichung f(m)<f(m+1)f(m)<f(m+1) gilt, und dass es unendlich viele natürlichen Zahlen mm gibt, für die die Ungleichung f(m)>f(m+1)f(m)>f(m+1) gilt.

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Official solutions — 2

Solution 1

Solution:

Wir geben einen kombinatorischen Beweis. Dazu müssen wir zuerst eine geeignete Interpretation der Funktion ff finden. Für natürliche Zahlen n,kn, k ist nk\left\lfloor\frac{n}{k}\right\rfloor gleich der Anzahl natürlicher Zahlen n\leq n, die durch kk teilbar sind. Oder anders formuliert, gleich der Anzahl natürlicher Zahlen n\leq n, die kk als Teiler besitzen. Bezeichnet τ(k)\tau(k) die Anzahl positiver Teiler von kk, dann gilt demnach
k=1nnk=k=1nτ(k) \sum_{k=1}^{n}\left\lfloor\frac{n}{k}\right\rfloor=\sum_{k=1}^{n} \tau(k)
und f(n)f(n) ist daher die durchschnittliche Anzahl Teiler aller natürlichen Zahlen n\leq n. Mit Hilfe von (4) rechnet man leicht nach, was intuitiv klar ist, nämlich dass
f(n)>f(n+1)f(n)>τ(n+1) f(n)>f(n+1) \quad \Longleftrightarrow \quad f(n)>\tau(n+1)
und analog für das umgekehrte Ungleichungszeichen.

Nach dieses Vorbereitungen ist der Rest nun einfach. Einerseits gilt τ(n)2\tau(n) \geq 2 für alle n2n \geq 2 mit Gleichheit genau dann, wenn nn eine Primzahl ist. Ausserdem ist f(6)>2f(6)>2 und daher f(n)>2f(n)>2 für alle n6n \geq 6. Die Ungleichung f(m)>τ(m+1)f(m)>\tau(m+1) ist also sicher für jede Primzahl m+17m+1 \geq 7 erfüllt, und von dieses gibt es unendlich viele.

Andererseits ist die Ungleichung f(m)<τ(m+1)f(m)<\tau(m+1) sicher immer dann erfüllt, wenn die Zahl m+1m+1 mehr Teiler besitzt als alle natürlichen Zahlen m\leq m. Davon gibt es aber auch unendlich viele, denn die Funktion τ\tau ist nicht nach oben beschränkt, zum Beispiel ist τ(2r)=r+1\tau\left(2^{r}\right)=r+1.

Solution 2

Solution:

Diesmal mit algebraischen Methoden. Wir zeigen zuerst, dass die Funktion ff nicht nach oben beschränkt ist. Es gilt nämlich nk>nk1\left\lfloor\frac{n}{k}\right\rfloor>\frac{n}{k}-1 und somit
f(n)=1nk=1nnk>1nk=1n(nk1)=(k=1n1k)1=12+13++1n f(n)=\frac{1}{n} \sum_{k=1}^{n}\left\lfloor\frac{n}{k}\right\rfloor>\frac{1}{n} \sum_{k=1}^{n}\left(\frac{n}{k}-1\right)=\left(\sum_{k=1}^{n} \frac{1}{k}\right)-1=\frac{1}{2}+\frac{1}{3}+\ldots+\frac{1}{n}
Auf der rechten Seite steht nun die harmonische Reihe, die bekanntlich divergiert. Genauer gilt für n=2mn=2^{m} die Abschätzung
12+13++12m>12+(14+14)+(18+18+18+18)++(12m++12m)=12+12+12++12=m2 \begin{aligned} \frac{1}{2}+\frac{1}{3}+\ldots+\frac{1}{2^{m}} & >\frac{1}{2}+\left(\frac{1}{4}+\frac{1}{4}\right)+\left(\frac{1}{8}+\frac{1}{8}+\frac{1}{8}+\frac{1}{8}\right)+\ldots+\left(\frac{1}{2^{m}}+\ldots+\frac{1}{2^{m}}\right) \\ & =\frac{1}{2}+\frac{1}{2}+\frac{1}{2}+\ldots+\frac{1}{2}=\frac{m}{2} \end{aligned}
Somit ist ff also wirklich nicht nach oben beschränkt und insbesondere existieren unendlich viele natürlichen Zahlen nn mit f(n)<f(n+1)f(n)<f(n+1).

Wir zeigen nun, dass auch die umgekehrte Ungleichung unendlich oft gilt. Zuerst bemerken wir, dass genau dann n+1k=nk\left\lfloor\frac{n+1}{k}\right\rfloor=\left\lfloor\frac{n}{k}\right\rfloor gilt, wenn n+1n+1 nicht durch kk teilbar ist. Ausserdem zeigt obige Abschätzung, dass f(n)>2f(n)>2 ist für alle n16n \geq 16. Sei nun n+117n+1 \geq 17 eine Primzahl, dann gilt
n(n+1)f(n)=(n+1)k=1nnk>()nk=1nnk+2n=n(k=1nnk+2)=nk=1n+1nk=n(n+1)f(n+1) \begin{aligned} n(n+1) f(n) & =(n+1) \sum_{k=1}^{n}\left\lfloor\frac{n}{k}\right\rfloor \stackrel{(*)}{>} n \sum_{k=1}^{n}\left\lfloor\frac{n}{k}\right\rfloor+2 n \\ & =n\left(\sum_{k=1}^{n}\left\lfloor\frac{n}{k}\right\rfloor+2\right)=n \sum_{k=1}^{n+1}\left\lfloor\frac{n}{k}\right\rfloor=n(n+1) f(n+1) \end{aligned}
wobei wir bei ()f(n)>2\left(^*\right) f(n)>2 verwendet haben. Weil es unendlich viele Primzahlen 17\geq 17 gibt, ist damit alles bewiesen.

Source: MathNet, licensed CC-BY-4.0. Statement and solution reproduced as published; topic, difficulty and ordering added by this site.