Olympiad Maths Prep

Track / Stage 8 / 168 of 180 #1868 of 2000

Problem 1868

IMO Shortlist mid-range; USAMO P2/P5
Combinatorics Difficulty 8.9 Prove it Auswahlwettbewerb zur Internationalen Mathematik-Olympiade · Germany

Problem:

Wir betrachten ein m×nm \times n-Rechteck aus mnm n Einheitsquadraten. Zwei seiner Einheitsquadrate heißen benachbart, wenn sie eine gemeinsame Seitenkante haben, und ein Pfad ist eine Folge von Einheitsquadraten, in der je zwei aufeinander folgende Elemente benachbart sind.
Jedes Einheitsquadrat des Rechtecks kann entweder weiß oder schwarz gefärbt werden. Sind alle Quadrate gefärbt, so liegt eine Färbung des Rechtecks vor.
Es sei NN die Anzahl aller solcher Färbungen, bei denen es wenigstens einen schwarzen Pfad von der linken zur rechten Seitenkante des Rechtecks gibt. Ferner sei MM die Anzahl aller Färbungen, bei denen es wenigstens zwei schwarze Pfade von der linken zur rechten Seitenkante des Rechtecks gibt, die kein gemeinsames Quadrat enthalten.
Man beweise, dass N2M2mnN^{2} \geq M \cdot 2^{m n}.

This one wants a proof. Work it on paper, read the official solution, then mark yourself honestly — the ladder only means something if the record is true.

Official solution

Solution:

Wir werden die Behauptung verallgemeinern. Dazu lassen wir zu, dass das m×nm \times n Rechteck auf beiden Seiten gefärbt wird und dass einige der Einheitsquadrate transparent sind. Solche Felder brauchen nur auf einer Seite gefärbt zu werden und sehen dann auf beiden Seiten gleich aus. Ein nicht transparentes Einheitsquadrat muss dagegen auf beiden Seiten gefärbt werden, allerdings nicht notwendigerweise mit der gleichen Farbe.

Nun sei AA die Anzahl aller solcher Färbungen der Oberseite, bei denen es wenigstens einen schwarzen Pfad von der linken zur rechten Seitenkante des Rechtecks gibt. Entsprechend sei BB für die Unterseite definiert. Ferner sei CC die Anzahl aller Färbungen, bei denen es zwei schwarze Pfade von der linken zur rechten Seitenkante des Rechtecks gibt, und zwar einen auf der Ober- und einen auf der Unterseite, die kein gemeinsames transparentes Quadrat enthalten. Schließlich sei DD die Anzahl aller Färbungen dieses Rechtecks. Wir werden (I) ABCDA \cdot B \geq C \cdot D beweisen und haben damit die ursprüngliche Behauptung als Spezialfall gezeigt, in dem alle Felder transparent sind. Hier gilt nämlich A=B=N,C=M,D=2mnA=B=N, C=M, D=2^{m n}.

Den Beweis von (I) führen wir mit vollständiger Induktion nach der Anzahl kk der transparenten Felder. Für k=0k=0 ist A=B=N2mn,C=N2A=B=N \cdot 2^{m n}, C=N^{2} und D=(2mn)2D=\left(2^{m n}\right)^{2}, so dass in (I) Gleichheit gilt. Nun nehmen wir an, dass die Behauptung für kk erfüllt ist, und betrachten ein Rechteck mit k+1k+1 transparenten Feldern. Die Anzahlen A,B,C,DA, B, C, D gelten nun für dieses Rechteck. Wir wählen ein transparentes Einheitsquadrat tt und machen es undurchsichtig. Für das so entstandene Rechteck seien die jeweiligen Anzahlen mit A,B,C,DA^{\prime}, B^{\prime}, C^{\prime}, D^{\prime} bezeichnet und nach Induktionsannahme gilt ABCDA^{\prime} \cdot B^{\prime} \geq C^{\prime \prime} \cdot D^{\prime}.

Nun ist offensichtlich D=2DD^{\prime}=2 \cdot D. Für jede in AA gezählte Färbung existieren genau zwei Färbungen von AA^{\prime}, nämlich dadurch unterschieden, dass tt von unten schwarz oder weiß gefärbt wird. Umgekehrt kann man zwei in AA^{\prime} gezählten Färbungen, die sich nur in der Farbe der Unterseite eines Quadrats unterscheiden, eine in AA gezählte Färbung zuordnen. Also ist A=2AA^{\prime}=2 \cdot A und entsprechend B=2BB^{\prime}=2 \cdot B. Zum Beweis von (I) für k+1k+1 genügt also der Nachweis von C2CC^{\prime} \geq 2 \cdot C.

Dazu sei tt wieder transparent. Weil in CC nur solche Färbungen gezählt werden, die wenigstens einen schwarzen Pfad oben und unten enthalten, wobei diese sich nicht in einem transparenten Quadrat schneiden, kann tt höchstens auf einem dieser Pfade, oBdA auf dem oberen, liegen. Machen wir also tt undurchsichtig und behalten seine Farbe oben bei, können wir seine Unterseite schwarz oder weiß färben, so dass beide Färbungen in CC^{\prime} gezählt werden. Dabei liefern verschiedene in CC gezählte Färbungen stets verschiedene Paare von Färbungen, die in CC^{\prime} gezählt werden. Damit ist alles gezeigt.

Source: MathNet, licensed CC-BY-4.0. Statement and solution reproduced as published; topic, difficulty and ordering added by this site.